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Drittes Reich
Der Begriff Drittes Reich im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus steht für das Deutsche Reich (ab 1943 Großdeutsches Reich) vom 24. März 1933 bis zum 8. Mai 1945. Die Bezeichnung Großdeutsches Reich wurde bereits ab 1938 nach dem Anschluss Österreichs verwendet.
Die NSDAP übernahm den Begriff Drittes Reich, der durch ein Buch von Arthur Moeller van den Bruck politische Bedeutung erlangt hatte, für ihre Zwecke, primär für Propaganda, mit der suggeriert werden sollte, dass der von den Nationalsozialisten propagierte Staat in der Nachfolge des von Otto I. (912–973) gegründeten und bis 1806 in Form des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bestehenden 1. Reichs und des 2. (kleindeutschen) Reichs Bismarcks von 1871 stehe.
Die Nationalsozialisten propagierten es auch als Tausendjähriges Reich, da es nach den Vorstellungen Adolf Hitlers tausend Jahre Bestand haben sollte. Tatsächlich dauerte es zwölf Jahre.
Die Machthaber nutzten den Begriff nur kurzzeitig, am 10. Juli 1939 wies das Reichspropagandaministerium die reichsdeutsche Presse an, den Begriff Drittes Reich zukünftig zu meiden, weil Gegner des nationalsozialistischen Regimes dessen Ewigkeitsanspruch mit dem Begriff Viertes Reich persifliert hatten. Ein weiterer Beweggrund dürfte die zunehmende Abneigung der Machthaber gegenüber religiösem Gedankengut gewesen sein. Die Nummerierung vertrug sich nicht mehr mit dem Ausschließlichkeitsanspruch des NS-Regimes. Nach 1945 setzte sich der Begriff dann weitgehend als Bezeichnung für die Zeit der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 durch, die nichtdistanzierte Verwendung dieses Namens ist jedoch umstritten.
Am 21. März 1943 verlangte das Reichspropagandaministerium von der Presse die zukünftige Verwendung der Bezeichnung Das Reich analog zum englischen Ausdruck Empire. Ab Juni 1943 wurde auch der Begriff Großdeutsches Reich allgemein verwendet (schon ab Frühjahr 1938 nach dem Anschluss Österreichs). Der offizielle Name lautete hingegen bis 1945 Deutsches Reich.
Herkunft des Begriffes
Der Begriff Drittes Reich ist eigentlich ein religiöser Begriff und entstammt ursprünglich der Ideenwelt des Chiliasmus und wurde von Joachim von Fiore geprägt. Nach dessen Auffassung teilte sich die Geschichte in drei Zeitalter (Reiche) ein. Auf die Zeitalter des Vaters (bis Christi Geburt) und des Sohnes sollte das abschließende Zeitalter des Heiligen Geistes folgen.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff dann zunehmend politisch gebraucht. In seinem Buch Das dritte Reich (1923) beschrieb Arthur Moeller van den Bruck eine eher autoritäre Utopie einer Verbindung aus Nationalismus und Sozialismus, die als sog. Drittes Reich die Nachfolge des Kaiserreichs antreten sollte, das mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg zuende gegangen war.
Weblinks
- [http://www.shoa.de/das_dritte_reich.html "Das Dritte Reich - Deutschland unter dem Nationalsozialismus - Geschichte, Bedeutung, Quellen" shoa.de]
- [http://www.shoa.de/content/view/125/91/ Umfangreiche Zeitleiste shoa.de]
Kategorie:Nationalsozialismus
ja:第三帝国
zh-cn:第三帝国
Zeit des NationalsozialismusDie Zeit des Nationalsozialismus, in einem historisch inkorrekten Sinn auch als „Drittes Reich“ bezeichnet, umfasst die Geschichte des Deutschen Reiches in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945, also die Regierungszeit der totalitären Diktatur der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) unter Adolf Hitler. Der Begriff meint hier nicht nur dessen Politik, sondern auch seine Ideologie, deren Geschichte und Wirkungen über die Regierungsdauer der Nationalsozialisten hinausgeht.
Nationalsozialismus
Die damals herrschende, staatlich verordnete totalitäre Ideologie des Nationalsozialismus gilt als Variante des ursprünglich in Italien geprägten Faschismus. Mit diesem verbinden ihn einige wesentliche Merkmale, zum Beispiel:
- antidemokratischer Führerkult,
- Militarismus,
- aggressiver Nationalismus
- der Anspruch einer aus dem Sozialismus entlehnten "Einheit von Volk und Staat".
In Italien war der originäre Faschismus unter dem so genannten "Duce" (= Führer) Benito Mussolini von 1922 bis 1943 an der Macht. Seit Beginn des 2. Weltkriegs war Italien zusammen mit dem Kaiserreich Japan der wichtigste politische und militärische Verbündete des Deutschen Reiches (vgl. Achsenmächte).
Zur Vorgeschichte des Nationalsozialismus gehört daneben vor allem der deutschvölkische Antisemitismus, der die faschistischen durch rassistische Elemente und weit aggressivere Vernichtungsziele ergänzte.
In Österreich begann die Zeit des Nationalsozialismus mit seinem "Anschluss" an das nunmehr "Großdeutsche Reich" im März 1938. Auch dort gab es eine längere Vorgeschichte, zu der auch ein österreichischer Ableger der NSDAP gehörte.
Die NS-Propaganda nannte das auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtete Regime anfangs auch "Drittes Reich". Dieser historisch falsche Begriff hat sich bis heute im deutschen Sprachbereich, aber auch im englischen Sprachbereich als "Third Reich" als Synonym für die NS-Diktatur eingebürgert.
Welthistorische Wirkungen erlangte das NS-Regime besonders durch den von Hitler ausgelösten 2. Weltkrieg, der ca. 55 bis 60 Millionen Menschenleben forderte, und den Holocaust: einen bis heute beispiellosen, weil vor allem industriell betriebenen Völkermord, dem allein etwa 6 Millionen europäischer Juden zum Opfer fielen. Hinzu kamen weitere Massenmorde an verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die im NS-Jargon als "unerwünscht", "lebensunwert" oder "rassisch minderwertig" galten: zum Beispiel an Behinderten, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuellen, Slawen (vor allem Polen und Russen) sowie verschiedenen Regimegegnern.
Die Zeit des Nationalsozialismus wird oft in die Vorkriegszeit (1933 bis 1939) und die Zeit des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) unterteilt. Der Artikel berücksichtigt außerdem die Vorgeschichte.
Geschichtlicher Ablauf
Deutschland und der Nationalsozialismus vor der Machtübernahme
siehe auch: Deutsches Kaiserreich, Weimarer Republik, Geschichte der Parteien in Deutschland
Wurzeln und Bestandteile der NS-Ideologie
Die Ursprünge des Nationalsozialismus gehen vor allem auf antisemitische und nationalistische Stimmungen und Ziele zurück, die während des Kaiserreichs in der deutsch-völkischen Bewegung vertreten waren.
Daraus gingen gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterschiedliche kleine Parteien und Gruppen
hervor, deren wichtigste Gemeinsamkeit der Antisemitismus und die Bereitschaft zu terroristischer Gewalt gegen Andersdenkende war. Eine davon war die Thule-Gesellschaft: Sie entstand in der Endphase des 1. Weltkriegs als eine Art Geheimbund. Viele seiner Mitglieder wechselten bald nach ihrer Gründung in die neue NSDAP über: darunter auch spätere NS-Größen und führende "Ideologen" wie Alfred Rosenberg, Rudolf Hess, Hans Frank oder Julius Streicher.
Die NSDAP verfügte jedoch zunächst nicht über eine einheitliche Programmatik. Partei-Ideologen griffen auf ein Konglomerat verschiedener philosophischer und pseudowissenschaftlicher Theoreme des 19. Jahrhunderts zurück, die unausgeglichen nebeneinander standen: Bruchstücke der Ideen Friedrich Nietzsches, genetische Begründungen des Rassismus unter Bezugnahme auf die Forschungen Charles Darwins (vgl. Sozialdarwinismus), antisemitische Verschwörungstheorien wie die "Protokolle der Weisen von Zion", esoterische Elemente und ein "völkischer" Antikapitalismus.
Das Symbol der Swastika (Hakenkreuz) übernahmen die Nationalsozialisten aus asiatischer und germanischer Mythologie. Als Heilsbringer aufgefasst, ersetzte es in gewisser Weise den mit dem christlichen Kreuzessymbol verbundenen Messianismus durch eine politische Heilserwartung. Ihre Flaggenfarben knüpften bewusst an das Schwarz-Weiß-Rot der Kaiserzeit an, wobei die Dominanz der Farbe Rot auch den Kommunismus beerben und dessen Anhänger beeindrucken sollte. Auch der Name "National-Sozialismus" appellierte an Wählerschichten der Rechten wie der Linken zugleich, um sie auf die eigene Seite zu ziehen.
Die Geschichtsauffassung des Marxismus, nach der die Geschichte eine Abfolge von Klassenkämpfen darstellt, wurde von den Nationalsozialisten, namentlich von Hitler, umgedeutet, und in seiner programmatischen Autobiographie „Mein Kampf“ definiert als eine Abfolge von "Rassenkämpfen" um „Lebensraum“, an deren Ende die "gesündeste" und "durchsetzungsfähigste" "Rasse" obsiege, nachdem sie "minderwertige Rassen" ausgerottet oder versklavt habe.
Laut Hitler war die "arische" Rasse, zu der er das „deutsche Volk“ zählte, zu diesem Sieg auserwählt. Als Hauptfeind in diesem "Menschheitskampf" - noch vor anderen "Rassen" -, bezeichnete Hitler dabei die Juden, die er nicht als Religionsgemeinschaft, sondern - entgegen jeglichem Augenschein - als "Rasse" definierte, deren besondere Gefahr darin bestehe, die verschiedenen "Rassen" vermischen zu wollen, und dabei auf Ideologien wie den Liberalismus, Internationalismus, Pazifismus oder den Marxismus zurück griffen. Dadurch würden sie an sich "gesunde Rassen" zersetzen. Wo die Nationalsozialisten nicht-arische "Rassen" "nur" als „Untermenschen“ betrachteten, wurden „die Juden“ im Sprachgebrauch Hitlers zu „Ungeziefer“ und „Krankheitserregern“.
Entstehungsbedingungen
Kriegsniederlage
siehe Hauptartikel: Erster Weltkrieg, Novemberrevolution
Die verbreitete Ablehnung der Republik wurde durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu gehörten zunächst vor allem die Maßnahmen der kaiserlichen Obersten Heeresleitung (OHL) am Ende des Ersten Weltkriegs, die die Kriegsführung zu verantworten hatte. Im September 1918 mussten die Generäle Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg die Kriegsniederlage einräumen und stuften den Kampf als aussichtslos ein. Sie empfahlen dem Kaiser nun, die zuvor abgelehnten Waffenstillstandsbedingungen des US-Präsidenten Woodrow Wilson anzunehmen und die Regierungsverantwortung den liberalen und demokratischen Kräften anzuvertrauen, was in den Oktoberreformen geschah. Damit schoben sie zugleich die Verantwortung für ihr Versagen und dessen Folgen ab, so dass die Zustimmung zu den Kapitulationsbedingungen des 10. November 1918 und später zum Versailler Vertrag formell nicht mehr in ihre Zuständigkeit fiel.
Diese Situation ermöglichte die seit etwa 1920 verbreitete Propagandalüge der "Dolchstoßlegende". Hindenburg selbst stellte diese auf, indem er behauptete, das "...im Felde unbesiegte deutsche Heer" sei "von hinten...erdolcht..." worden. Der Vorwurf sollte die linken Kräfte treffen, deren Novemberrevolution das von den Generälen hinausgezögerte Kriegsende erzwungen hatte. Die Dolchstoßlegende wurde von zahlreichen Medien, vor allem des Hugenberg-Pressekonzerns, begeistert aufgegriffen und propagiert.
Revolution und Entstehung der Republik
siehe Hauptartikel: Novemberrevolution, Weimarer Republik
Die Novemberrevolution ermöglichte zwar die Gründung der Republik; doch in ihrem Verlauf sah die SPD-Führung um Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann und Gustav Noske vor allem eine Gefahr durch weitergehende Forderungen der Revolutionäre. Um dieser Gefahr zu begegnen wurde der Ebert-Groener-Pakt geschlossen: Die neue Regierung erhielt die Unterstützung rechtsextremer Gruppen wie den Freikorps und regulärer Truppen, im Gegenzug verzichtete sie auf demokratische Reformen bei der Reichswehr. So war schon die Entstehung der ersten Demokratie auf deutschem Boden von blutigen, bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen überschattet. Diese begünstigten auch bei Teilen der linken Wählerbasis eine republikfeindliche Einstellung.
Die Strukturen und das Personal der Kaiserzeit mit oft rechtsextremer Einstellung in weiten Teilen von Wirtschaft, Verwaltung, Justiz und Militär wurden in die Weimarer Republik übernommen. Die Weimarer Reichsverfassung schützte ausdrücklich einige Privilegien des kaiserlichen Beamtenapparats.
Die NSDAP war weder die einzige noch die erste rechtsextreme Partei, die die parlamentarisch-demokratische Weimarer Republik von Grund auf ablehnte und bekämpfte. Diese Haltung verband sie vielmehr mit einer Reihe von national-konservativen und nationalistischen Parteien, die sich um 1918/1919 neu gründeten, vor allem die DNVP. Sie vertrat die antidemokratische Grundhaltung von großen Teilen des konservativen, d.h. monarchistisch-kaisertreuen Bürgertums.
Seit 1919 begingen Rechtsextremisten relativ häufig politische Morde an bedeutenden Vertretern der Arbeiterbewegung (z.B. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner). Die Münchner Räterepublik wurde durch die Freikorps brutal niedergeschlagen, und auch liberale und konservative sogenannte Erfüllungspolitiker (Walter Rathenau, Matthias Erzberger) wurden Opfer von Mordanschlägen. Rechtsextreme Täter entgingen häufig einer Strafverfolgung oder milde bestraft, gegen politisch motivierte Straftaten von Sozialisten und Kommunisten ging die Justiz mit äußerster Härte vor.
Diese Blindheit galt auch für die massenwirksame Propaganda, die nicht nur von den Rechtsextremen selbst ausging, sondern von einer Vielzahl "bürgerlicher" Medien geteilt und mitgetragen wurde. Die Demokraten in der Verwaltung der Weimarer Republik wurden zum Teil systematisch verunglimpft: so z.B. der Berliner Polizeipräsident Bernhard Weiß, der gegen Rechtsbrüche der SA vorging. Die Bildung solcher paramilitärischen Verbände wurde ebenfalls von den Behörden geduldet: Die SA begleitete die Versammlungen und Kundgebungen ihrer Partei und begann auch bei anderen Parteiversammlungen immer wieder Straßen- und Saalschlachten.
Ferner verhinderten institutionelle und verfassungsrechtliche Defizite der Weimarer Republik zeitweise eine tragfähige, demokratisch legitimierte Politik. Das geltende Verhältniswahlrecht ohne Sperrklausel verhalf auch kleinsten Splitterparteien zu Sitzen im Reichstag. Diese hatten weniger die Interessen der Gesamtbevölkerung als die ihrer Klientel im Auge. Dadurch wurden oft eindeutige Mehrheiten verhindert und heterogene Regierungskoalitionen erzwungen, die dann in Krisenzeiten auseinanderbrachen oder dazu führten, dass man die Arbeit durch ein Ermächtigungsgesetz der Regierung überließ. So wurden mehrfach Neuwahlen ausgerufen. Gerade dies führte am Ende der Republik zu einer Politik, die von Notverordnungen des mächtigen Reichspräsidenten geprägt war. All dies lähmte den demokratischen Willensbildungsprozess und verstärkte die Unzufriedenheit der Bürger mit den etablierten politischen Parteien in den Zeiten der Krise.
Weimarer Republik
siehe Hauptartikel: Weimarer Republik
1920-1925: Gründung, Verbot und Neuaufbau der NSDAP
Die NSDAP ging am 24. Februar 1920 in der noch jungen Weimarer Republik aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) in München hervor. Sie vertrat in ihrem 25-Punkte-Programm von Anfang an entschieden antidemokratische, völkisch-nationalistische und rassistische, vor allem antisemitische Positionen. Ende des Jahres erwarb sie den Münchner Beobachter und macht ihn zum Völkischen Beobachter (VB), dem "Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands". Anfangs ermöglichte er es Hitler, die Menschen öfter, ab 8. Februar 1923 täglich zu erreichen. Nach der Machtübernahme hatten die Artikel des VB offiziellen Charakter.
Adolf Hitler war bis dahin ein in der Öffentlichkeit unbekannter, erfolgloser, 1913 nach Bayern umgezogener österreichischer Kunstmaler und im 1. Weltkrieg einfacher Soldat (Gefreiter) in einem bayrischen Regiment gewesen. Im Auftrag des Militärs besuchte er unter anderem Veranstaltungen der DAP und wurde zunächst von ihr als Redner angeworben. In dieser Funktion kam er zum Ruf eines "Trommlers" und "Einpeitschers" der Partei, der er in Bayern schnell einen gewissen Zulauf aus völkischen Kreisen verschaffen konnte. Hitler wurde 1921 zum Vorsitzenden der NSDAP, nachdem sein Redetalent für die Partei nahezu unverzichtbar geworden war. Der Organisation schlossen sich auch ehemals führende kaisertreue Militärs an, so zum Beispiel ex-General Erich Ludendorff, im 1. Weltkrieg Mitglied der Obersten Heeresleitung.
Die NSDAP-Mitglieder gehörten von Beginn an zu den entschiedensten Gegnern der Republik, obwohl auch sie in ihrem Rahmen Wähler zu gewinnen versuchten. Anfangs konnte die neue rechtsextreme Partei die antidemokratische Grundströmung nicht auf ihre Mühlen lenken. Aber sie nutzte die allgemeine Ablehnung des Versailler Vertrages, um die von ihr so bezeichneten "Novemberverbrecher" an den öffentlichen Pranger zu stellen. Wie allen Rechtsextremen galten ihr besonders die führenden SPD-Politiker, denen 1918 die Macht übergeben worden bzw. "zugefallen" war (Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann), als Erfüllungsgehilfen der alliierten Siegermächte des 1. Weltkriegs. Sie diffamierte die Demokratie als vorübergehende Erscheinung und nannte sie "Systemzeit". Eine große Hilfe waren die hohen Reparationsforderungen der Alliierten.
Der Kapp-Putsch vom März 1920 stellte die Republik auf eine erste Bewährungsprobe. Freikorps unter General von Lüttwitz besetzten das Berliner Regierungsviertel und ernannten den ehemaligen Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp zum Reichskanzler. Die legale Regierung zog sich zunächst nach Dresden und anschließend nach Stuttgart zurück und rief von dort aus zum Generalstreik gegen die Putschisten auf. Der Putsch scheiterte rasch; entscheidend für die Niederlage war die Weigerung der Ministerialbürokratie, den Anordnungen Kapps Folge zu leisten. Die Reichswehr hatte sich demgegenüber abwartend verhalten (Hans von Seeckt: „Truppe schießt nicht auf Truppe.“).
Die NSDAP gewann zunächst vor allem in München eine gewisse Anhängerschaft, spielte aber in Bayern während der ersten Jahre der Republik ansonsten kaum eine wichtige politische Rolle. Außerhalb Bayerns wurde Hitler Anfang der 1920er Jahre nicht wirklich ernst genommen.
Dennoch versuchten Hitler und Ludendorff mit einigen Parteigängern am 9. November 1923 beim so genannten Hitler-Ludendorff-Putsch, ausgehend von einer Versammlung im Münchner Bürgerbräukeller, deren Führung Hitler an sich gerissen hatte, die Regierung in Bayern und im Reich abzusetzen. Die verschiedenen Krisen im Deutschen Reich, so etwa die große Inflation (vgl. Deutsche Inflation 1914 bis 1923) oder die französisch-belgische Ruhrbesetzung, beides Folgen der Niederlage im 1. Weltkrieg und dem Versailler Vertrag, den Hitler und die Seinen als "Verrat der Demokraten am im Felde unbesiegten deutschen Heer" betrachteten (vgl. Dolchstoßlegende), schienen ihm als günstige Voraussetzungen, den Putsch zu wagen. Viele Unzufriedene, wie entlassene Offiziere und Personen die durch die Inflation faktisch enteignet worden waren, sammelten sich in der NSDAP
Beim anschließenden Marsch auf die Feldherrnhalle wurde der Putschversuch jedoch schnell von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen. Kurz darauf wurde Hitler zur gesetzlichen Mindeststrafe von 5 Jahren Festungshaft in der Festung Landsberg verurteilt und die NSDAP zunächst verboten. Den Prozess konnte Hitler als Propagandaveranstaltung nutzen. In der Haft, während der Hitler viele Vergünstigungen genoss, entschloss sich Hitler, die Macht in Deutschland auf legalem Wege zu erringen. Er diktierte seinem damaligen Sekretär und späteren Stellvertreter Rudolf Hess seine programmatische Autobiografie "Mein Kampf", in der er seine Ziele und Vorhaben, die er nach 1933 umsetzen sollte, vorweg nahm.
Der Hitlerputsch war der vorläufige Höhepunkt der Rechstextremen gewesen, mit einem wirtschaftlichen Aufschwung fiel ihre Bedeutung. Auf dem Markt erschienen Neuheiten wie der für alle zugängliche Rundfunk oder erschwingbare Autos aus der Massenproduktion, die von den Nationalsozialisten früh und erfolgreich genutzt wurden.
Die nationalsozialistische Bewegung zerbrach in mehrere Parteien, von denen aber nur 2 eine gewisse Bedeutung erreichten und die auch insgesamt an Stimmen verloren. Eine der beiden bedeutenderen war die Großdeutsche Volksgemeinschaft unter dem von Hitler ausgewählten Alfred Rosenberg, der im Juli 1924 von Julius Streicher und Hermann Esser abgelöst wurde. Sie konkurrierte mit der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands mit Gregor Strasser und Erich Ludendorff.
Schon am 20. Dezember 1924 wurde er wieder aus der Haft entlassen.
1925-1929: Die NSDAP als Splitterpartei
Am 27. Februar wurde die NSDAP in München neu gegründet und die meisten nationalsozialistischen Gruppen und Parteien vereinigten sich in ihr unter der unumschränkten Führung Hitlers. Die Strukturen der Partei wurden in den folgenden Jahren geprüft und ihre Organisation verbessert.
Als 1924 dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert im Dolchstoßprozess vorgeworfen wurde, durch seine Beteiligung an den Streiks während des Weltkriegs habe er Landesverrat begangen, ließ er eine Blinddarmentzündung nicht rechtzeitig behandeln und starb 1925. Die folgende Wahl gewann der trotz gegenteiliger öffentlichen Bekundigungen noch immer seinem ehemaligen Kaiser treue parteilose Paul von Hindenburg, der von den meisten Rechtsparteien, ihnen voran der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) unterstützt wurde. Hindenburg hatte einen wesentlichen Anteil an der Dolchstoßlegende, die er im November 1919 vor einem Untersuchungsausschuss der Weimarer Nationalversammlung das erste Mal öffentlich dargelegt hatte. Für die Wahl hatte die NSDAP mit Erich Ludendorff ebenfalls einen Kandidaten aufgestellt, der aber mit 1,1% im ersten Wahlgang scheiterte. Hitler, der im selben Jahr seine österreichische Staatsbürgerschaft abgelegt hatte und somit vorerst (bis 1932) als staatenlos firmierte, hatte jedoch zunächst in einigen deutschen Ländern noch öffentliches Redeverbot, das zuletzt 1928 in Preußen aufgehoben wurde, nachdem er nun bekundete die Machtübernahme auf legalem Weg erreichen zu wollen.
1926 konnte sich Hitler auf dem ersten Reichsparteitag der NSDAP in Weimar gegen die Brüder Gregor und Otto Strasser, die den "linken" Parteiflügel anführten, durchsetzen. Fortan setzte er seine Hoffnungen insbesondere in die Wählerschichten des Mittelstandes und der Landbevölkerung, die mit der herrschenden Politik aufgrund wirtschaftlicher Belastungen und entsprechenden Einbußen besonders unzufrieden waren.
Allerdings war die NSDAP bis zur Reichstagswahl von 1930 kaum mehr als eine Splitterpartei, und nur eine von vielen im Reichstag vertretenen völkischen Parteien am politischen rechten Rand. Die lange Zeit größte und einflussreichste unter ihnen, die den völkischen Block anführte, war die DNVP. Bei der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 verlor die NSDAP sogar zwei Mandate und kam mit 2,6 % der Wählerstimmen auf nur 12 Sitze im Reichstag.
Nachdem sich die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Deutschland, die seit 1924 relativ stabil geworden waren, ab Mitte 1929 innerhalb weniger Monate wieder dramatisch verschlechterten, änderte sich die politische Parteienlandschaft in kurzer Zeit zugunsten der ideologischen Pole am linken und rechten "Rand der Gesellschaft", was sich gerade auch auf die NSDAP begünstigend auswirkte.
1929-1933: Krise der Republik - der Weg der NSDAP zur Macht
1929 konnte die NSDAP und Hitler mit dem Volksentscheid über den Young-Plan zur Neureglung der Reparationszahlungen, dessen Initiator der Pressezar und DNVP-Angehörige Alfred Hugenberg war, wieder auf die politische Bühne zurückkehren. Der Volksentscheid scheiterte, die NSDAP aber hatte mit ihrer Propaganda neue Wählerkreise erreichen können.
In den folgenden Jahren gewann die NSDAP wieder mehr und mehr an Bedeutung. Grund war vor allem die Weltwirtschaftskrise, die auch durch die starken Finanzverflechtungen in Verbindung mit den Reparationszahlungen Deutschlands verstärkt wurde.
Im Kontext der Weltwirtschaftskrise stieg die Arbeitslosigkeit in Deutschland sprunghaft an. So verstärkte sich bei vielen Wählern nun der Ruf nach einem „starken Mann“. Vor diesem Hintergrund gewann die Propaganda der NSDAP innerhalb kurzer Zeit ungeahnte Überzeugungskraft: Hitlers Wahlkampfparole, sein Ziel sei es, die „politischen Parteien aus Deutschland hinweg zu fegen“, stieß nun bei vielen Unzufriedenen, besonders aus der Mittelschicht, auf offene Ohren. Sie trieb ihm viele Wähler zu, nicht nur aus dem völkisch-nationalen, sondern auch dem bürgerlich-konservativen Lager.
Die Nationalsozialisten verstanden es, die Massen durch Großveranstaltungen für sich zu gewinnen, und nutzten modernste Wahlkampfmittel, zum Beispiel die konsequente Emotionalisierung und die Nutzung von Flugzeugen. Hitlers Angriffe richteten sich gegen alles, was mit dem „Weimarer System“ in Verbindung gebracht wurde - vom Parteiensystem, bestehend aus verschiedenen relativ kleinen Parteien und Splitterparteien, bis hin zum eigentlichen demokratisch-parlamentarischen Prinzip.
Im März 1930 zerbrach die von dem Sozialdemokraten Hermann Müller geführte Große Koalition über der Frage einer geringfügigen Beitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung. Reichspräsident Hindenburg ernannte den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Kanzler. Mit dem Ernennungsrecht nach Art. 53 WRV war in Verbindung mit dem Notverordnungsrecht nach Art. 48 WRV und dem Parlamentsauflösungsrecht nach Art. 25 ein Präsidialkabinett möglich, also eine Minderheitsregierung, die nur auf das Vertrauen des Präsidenten und dessen Notstandsvollmachten gestützt war. Ein solches Präsidialkabinett wurde unter Brünings Führung etabliert. Zu dieser Entscheidung hatte das Fehlen einer arbeitsfähigen Regierung ebenso beigetragen wie die mangelnde Konsensfähigkeit der Parteien. Dass jedoch tatsächlich alle Verhandlungsspielräume erschöpft waren, wurde bezweifelt. Auch wurden nur die Minister der SPD ausgewechselt, so dass ein vom Präsidenten gewünschter und von den meisten Parteien unterstützter Schwenk nach rechts wahrscheinlich war.
Da das Parlament von dem Recht Gebrauch machen wollte, die Notverordnungen des Präsidenten aufzuheben, löste dieser am 18. Juli 1930 den Reichstag auf. Bei den Wahlen konnte die NSDAP die Zahl ihrer Abgeordneten von 12 auf 107 erhöhen und wurde damit zur zweitstärksten Partei. Jetzt gab es nicht einmal mehr eine Mehrheit für eine Große Koalition im Reichstag, der zunehmend zum Forum für die Agitation rechter und linker Gegner der Republik wurde. In einem Prozess gegen Offiziere der Reichswehr, denen die Verbreitung von nationalsozialistischer Propaganda vorgeworfen wurde, bezeugte Hitler in seinem öffentlichkeitswirksamen Legalitätseid, dass er die Macht „nicht mit illegalen Mitteln“ anstrebe, und trat damit Gerüchten über einen Putsch entgegen. Die NSDAP brauche „noch zwei bis drei Wahlen“, dann werde sie „in der Mehrheit sitzen“ und „den Staat so gestalten, wie wir ihn haben wollen“.
Aber nicht nur der rechte Flügel der Parteienlandschaft erstarkte, sondern auch der extrem linke. Die republik-freundlichen Sozialdemokraten verloren im Gegensatz zu den Liberalen weniger Stimmen, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) konnte sogar Stimmen gewinnen und wurde zu einer bedeutenden Macht im Parlament und auf der Straße. Denn längst hatte sich der Kampf, ausgehend von den Kampforganisationen der NSDAP (SA und SS) und der KPD (Roter Frontkämpferbund), auf die Straße verlagert, wo sich teilweise bürgerkriegsähnliche Szenen abspielten. Daran hatten selbst die republikanisch gesinnten Kräfte mit einem eigenen Kampfverband, dem sozialdemokratisch dominierten Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Anteil. Auch diese chaotischen Gewaltszenen spielten letztlich – obwohl diese oft dafür verantwortlich waren – den Nationalsozialisten in die Hände, da Hitler immer häufiger als „letzte Karte“ ins Spiel gebracht wurde, der die geordneten Verhältnisse wiederherstellen würde.
Um eine weitere Stärkung der radikalen Flügelparteien zu verhindern, tolerierte die SPD im Reichstag weitgehend die auf Kürzung der Sozialausgaben basierende Deflationspolitik Brünings, welche aber die wirtschaftliche Krise kurzfristig noch verschärfte.
Am 11. Oktober 1931 vereinigte sich auf Initiative der DNVP unter Leitung des Medienzars Alfred Hugenberg die nationalistische Rechte zur Harzburger Front. Als Reaktion bildeten die republiktreuen Organisationen unter dem Fahnensymbol der drei Pfeile die Eiserne Front. Die NSDAP schaffte es, unter anderem mit finanzieller Unterstützung von Großindustriellen wie Fritz Thyssen von den Vereinigten Stahlwerken, Albert Vögler oder Emil Kirdorf vom Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat, die Stimmung der Bevölkerung durch populäre Parolen gegen den Parlamentarismus aufzugreifen. Am 27. Januar 1932 hielt Hitler einen Vortrag im Düsseldorfer Industrieclub, wo er sowohl das auf Privateigentum gegründete freie Unternehmertum als auch das nationalsozialistische Führerprinzip auf das Leistungsprinzip zurückführte. Die NSDAP konnte so ihre Spendeneinnahmen von der Industrie noch einmal erhöhen. Die Kontakte zwischen NSDAP und Industrie sollten durch zwei Beraterstäbe gefördert werden, durch die vom ehemaligen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht gegründete „Arbeitsstelle Dr. Schacht“ sowie den vom Chemie-Unternehmer Wilhelm Keppler geleiteten „Industrieausschuss für Wirtschaftsfragen“. Welche Rolle die Großindustrie bis zur Machtübernahme im Einzelnen spielte, ist umstritten. Nach der Machtübernahme versuchte sie, sich die Gunst Hitlers zu sichern.
Nachdem Hitler 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, nahm er an der Reichspräsidentenwahl 1932 teil. Bezeichnend für die Situation der Republik war, dass keiner der Kandidaten Thälmann, Hitler und Hindenburg ein Demokrat war. Die Parteien der Mitte bis zur SPD unterstützten den Sieger Hindenburg, um einen Erfolg Hitlers zu verhindern. Brüning hatte sich mit seinem Verbot der SA und der Osthilfeverordnung, die von den ostpreußischen Grundbesitzern – zu denen auch Hindenburg gehörte – stark kritisiert wurde, beim Reichspräsidenten in Misskredit gebracht. Hindenburg nahm ihm zudem übel, dass er auf sein Betreiben auch von den Anhängern der SPD zum Reichspräsidenten gewählt worden war. Er entzog ihm sein Vertrauen, und Brüning, der aufgrund seiner Sparpolitik in der Bevölkerung ohnehin kaum Rückhalt besaß, musste zurücktreten. Der Kanzler wurde nach eigenem Bekunden „hundert Meter vor dem Ziel“ gestürzt, da seine Deflationspolitik noch keine Wirkung entfalten konnte. Auch sein Ziel der Gleichberechtigung Deutschlands und der endgültigen Aufhebung der Reparationen hatte er nicht erreicht.
Sein Nachfolger Franz von Papen ersuchte Hindenburg sofort um Auflösung des Parlaments. Er wollte die Unterstützung der Nationalsozialisten und hob dafür das Verbot der SA und der SS wieder auf. Hitler hatte die Wahl zum Reichspräsidenten verloren, aber einen großen Popularitätsanstieg erreicht. Bei der nächsten Reichstagswahl am 31. Juli 1932 erhielt die NSDAP 230 Mandate und war damit die stärkste Fraktion im Reichstag. Dies war das höchste Wahlergebnis der NSDAP bei demokratischen Wahlen. Hitler wollte von Hindenburg zum Kanzler ernannt werden, die angebotene Vizekanzlerschaft lehnte er ab. Da die Kommunisten 89 Mandate errungen hatten, hatten die beiden extremen Flügelparteien eine negative Mehrheit erreicht, die jede parlamentarische Arbeit unmöglich machte. Papen löste den gerade erst gewählten Reichstag nach einem mit großer Mehrheit gegen ihn gerichteten Misstrauensvotum durch eine vorbereitete Order Hindenburgs wieder auf. Bereits am 20. Juli hatte er die Regierung von Preußen abgesetzt, die letzte Bastion der Republik. Als Vorwand für den „Preußenschlag“, der häufig als Staatsstreich bezeichnet wurde, diente das angebliche Versagen der preußischen Polizei am „Altonaer Blutsonntag“, heftigen Straßenkämpfen zwischen Kommunisten und der von Papen wieder erlaubten SA.
Die Neuwahlen vom November des Jahres brachten einen Rückgang der Stimmen für die NSDAP. Die meisten Beobachter interpretierten dies als Anfang vom Ende der NSDAP. Eine regierungsfähige Mehrheit existierte weiterhin nicht. Papen, der inzwischen Konjunkturprogramme gestartet hatte, trat zurück, nachdem ihm klar geworden war, dass er die Unterstützung der Reichswehr bei der Absicherung einer Diktaturregierung nicht besaß. Zudem hatte es der Reichstag aufgrund eines Verfahrensfehlers Papens geschafft, ihm rechtlich wirkungslos, aber öffentlichkeitswirksam das Misstrauen auszusprechen. Aufgrund der fehlenden Unterstützung durch Wehrminister General Kurt von Schleicher, die im Zuge einer militärischen Simulation eines möglichen Aufstandes (des „Planspiels Ott“) sichtbar geworden war, verweigerte Hindenburg die geforderte Auflösung des Reichstags ohne Festsetzung von Neuwahlen. Diese Ausschaltung des Parlaments, gestützt auf das Argument des Staatsnotstands, hätte einen offensichtlichen Verfassungsbruch dargestellt.
Planspiels Ott
Papens Nachfolger wurde Kurt von Schleicher, der bis dahin im Hintergrund die Fäden gezogen hatte und für Papens Sturz verantwortlich war. Doch auch sein Konzept, einen Ausweg aus der Krise zu finden, scheiterte. Er hatte eine breite „Querfront“ von den Gewerkschaften bis zum linken Flügel der NSDAP um Gregor Strasser erstrebt, Strasser musste aber vor Hitler kapitulieren. Am 28. Januar 1933 musste auch Schleicher zurücktreten, nachdem er zuletzt selbst von Hindenburg erfolglos die Ausrufung des Staatsnotstands gefordert hatte. Schleicher selbst war kein Demokrat, seine Verhältnis zur NSDAP wandelte sich mehrmals, zuletzt empfahl er Hindenburg ein Kabinett unter Hitler (AdR, Dok. Nr. 72 vom 28.1.1933).
Schleicher konnte nicht wissen, dass ausgerechnet er, Meister der Intrigen, nun selbst Opfer einer Intrige geworden war: Schon am 4. Januar 1933 hatte sich sein ehemaliger Schützling Franz von Papen mit Hitler zu Geheimverhandlungen im Privathaus des Kölner Bankiers Kurt von Schröder getroffen. Diesem Gespräch folgten weitere, zuletzt auch unter Anwesenheit des Staatssekretärs des Reichspräsidenten, Otto Meißner, und des Sohnes des Reichspräsidenten, Oskar von Hindenburg, beides einflussreiche Berater in der Kamarilla des greisen Paul von Hindenburg. Sie vereinbarten eine Koalitionsregierung aus Deutschnationalen und NSDAP, der außer Hitler nur zwei weitere Nationalsozialisten, nämlich Wilhelm Frick als Innenminister und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich und kommissarischer preußischer Innenminister, angehören sollten. Papen selbst war als Vizekanzler und Reichskommissar für Preußen vorgesehen.
Reichspräsident von Hindenburg, der sich bis zuletzt gegen eine Kanzlerschaft des „böhmischen Gefreiten“ Hitler gesträubt hatte, konnte mit dem Hinweis, dass ein von einer konservativen Kabinettsmehrheit „eingerahmter“ NSDAP-Führer nur eine geringe Gefahr bedeute, beruhigt werden. Ein weiteres zentrales Argument für Hindenburg war die formale Verfassungskonformität der Lösung Hitler. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 bedeutete faktisch das Ende der Weimarer Republik - auch wenn die Weimarer Verfassung formal nie außer Kraft gesetzt wurde.
Paul von Hindenburg war in diesen Wochen von allen einflussreichen Lobbyistenverbänden und den Beratern seiner Kamarilla bearbeitet worden (siehe dazu die Artikel zur: Industrielleneingabe (Rolle des Reichsverbandes der Industrie), zum Osthilfeskandal (Rolle des Reichslandbundes)). Inwieweit das seine Entscheidung wirklich beeinflusste, ist schwer zu sagen – Hindenburg hatte zu diesem Zeitpunkt das 86. Lebensjahr erreicht.
Deutschland unter der Herrschaft der NSDAP
Gründe für den Erfolg der NSDAP
Das Ende der Republik und der Erfolg der Nationalsozialisten hatten keine einzelne, sondern eine ganze Reihe von Ursachen, die im Zusammenspiel Hitler an die Macht brachten. Weder das Ende der Republik war von Anfang an unvermeidlich, noch war der Erfolg der NSDAP selbstverständlich, andere Gruppen und Personen, wie Franz von Papen hätten nach dem Ende der Republik gerne einen etwas anderen Weg eingeschlagen.
Die Gründe für das Ende der Weimarer Republik reichen von ihrem Anfang im verlorenen Ersten Weltkrieg bis zu Hitler und der NSDAP, die anders wie Papen es schafften, ihren Plan durchzusetzen. Gründe für den Erfolg der NSDAP waren
- ihr vordergründig überzeugendes Weltbild
- die Unterstützung durch einflußreiche und finanzkräftige Wirtschaftsgrößen
- ihr Entstehen in der Ordnungszelle Bayern wo sie gute Unterstützung fand
- ihr 25-Punkte-Programm und Symbolik, mit dem sie auch bisherige Sozialisten anzog
- ihre Fähigkeiten zur Propaganda und zur Agitation
- ihre hemmungslose Gewaltbereitschaft
- die Unterschätzung durch konservative Kreise
- ihre Struktur als sehr gut organisierte Kaderpartei
- nicht zuletzt die Person Adolf Hitlers.
Gleichschaltung
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler: Dies markierte das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Diktatur des Nationalsozialismus und wurde von den Nationalsozialisten als Machtergreifung gefeiert. Hindenburg löste den Reichstag auf und setzte Neuwahlen an.
Die Gleichschaltung, die Unterwerfung unter die und die Angleichung an die Nationalsozialisten, begann mit der Gleichschaltung der Länder, die alle hoheitlichen Aufgaben verloren, es folgten Parteien, Organistionen, Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Medien, Künstler und Justiz.
Unterdrückung der eigenen Bevölkerung
In der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes am 4. Februar und nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 in der Reichstagsbrandverordnung schränkte Reichspräsident Hindenburg die Grundrechte ein. Die KPD wurde verboten und viele ihrer Mitglieder verhaftet. Der Reichstagsbrand lieferte die Begründung für die Gefangennahme vieler Parlamentsmitglieder. Andere gingen in den Untergrund oder flohen ins Ausland, als die Verhaftungswelle anlief. Das so genannte Ermächtigungsgesetz gab am 23. März der Regierung fast uneingeschränkte Gesetzgebungsbefugnisse.
Die „Machtergreifung“ 1933 bis 1935 lief mit einer Mischung von Unterdrückung des linken Parteienspektrums, Einschränkung zunächst der öffentlichen, bald dann auch der beruflich-wirtschaftlichen und sonstigen Betätigungsmöglichkeiten von Juden sowie der Nötigung liberaler und demokratischer Gruppierungen zur immer stärkeren Gleichschaltung fast aller öffentlichen Lebensbereiche zum Führerstaat ab. Sportvereine, die Arbeiterschaft, die Handwerkerschaft, auch Kirchenmitglieder und Geistliche wurden von der "Bewegung" erfasst. Die betroffenen Organisationen ordneten sich oft lieber unter als aufgelöst oder verboten zu werden. Die NSDAP erhielt einen erheblichen Mitgliederzulauf; die neuen Mitglieder wurden von den Altnazis spotthaft als "Märzgefallene" bezeichnet.
Innerhalb kurzer Zeit wurden alle politischen Parteien verboten, wenn sie sich nicht selbst auflösten. Bis 1934 wurden die bisherigen Länder, ebenso die Presse, die Gewerkschaften und die Justiz gleichgeschaltet.
Das erste Konzentrationslager (KZ) wurde - zunächst noch vor allem für politische Gegner - schon 1933 in Dachau eingerichtet. Dieses und viele weitere im ganzen Reichsgebiet wurdem unter dem Mantel einer Polizeimaßnahme nach außen gerechtfertigt. Anfangs gab es auch noch wilde Konzentrationslager, die später durch ständige KZs ersetzt wurden.
Im April 1933 begann der Boykott jüdischer Geschäfte, mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" die Entfernung jüdischer Beamter aus dem Staatsdienst sowie durch das Verbot jeder öffentlichen Betätigung von Juden deren konsequente Ausschaltung aus dem gesamten öffentlichen Leben. Auch jüdische Hochschullehrer, die als Teilnehmer am Ersten Weltkrieg - "Frontkämpfer" - zunächst nicht entlassen werden konnten, durften keine Vorlesungen mehr halten.
Im Juni/Juli 1933 wurden die evangelischen Landeskirchen in einer Reichskirche unter Leitung eines Reichsbischofs zusammengeschlossen. Vor allem die Deutschen Christen propagierten ein "judenreines" Evangelium und waren dem "Führer" ergeben. Dagegen bildete sich im September der Pfarrernotbund, aus dem im Juni 1934 die Bekennende Kirche hervorging. In ihr sammelten sich evangelische Christen, die Übergriffe des Staates auf die Kirche, oft aber nicht den Nationalsozialismus als solchen ablehnten. Nachdem die katholische Kirche die NSDAP entschieden abgelehnt hatte, erkannte sie diese als Regierungspartei an, und der Vatikan schloss mit Deutschland das Reichskonkordat, das die Stellung der katholischen Bischöfe in Deutschland sichern sollte, Hitler aber auch zu internationalem Ansehen verhalf.
Reichskonkordat wurden vertrieben.]]
In ihrem 25-Punkte-Programm hatte die NSDAP unter anderem die Forderung nach Enteigung und Verstaatlichung von Großbetrieben aufgestellt. Hitler ignorierte diese sozialistische Komponente jedoch, da er die Unterstützung der Großindustrie und der Reichswehr nicht verlieren wollte.
Innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung gab es jetzt Meinungsverschiedenheiten über das weitere Vorgehen. Die Sturmabteilung (SA) unter Hitlers Duzfreund Ernst Röhm wollte die Reichswehr übernehmen und trat für eine soziale Umgestaltung der Gesellschaft ein. Dies war mit Hitlers Plänen, für die er die Reichswehr und die Wirtschaft als Partner brauchte, nicht vereinbar. Der Machtkampf wurde 1934 entschieden. Unter Zuraten von Heinrich Himmler, Joseph Goebbels und Hermann Göring ließ Hitler wegen eines angeblichen durch Röhm geplanten Putsches zahlreiche politische Gegner innerhalb der NSDAP, auch Ernst Röhm, ermorden.
Nach Hindenburgs Tod am 2. August 1934 übernahm Hitler nach einem Gesetz, das seine Regierung beschlossen hatte, das Amt des Reichspräsidenten und trug den Titel „Führer (anstelle eines Präsidenten) und Reichskanzler“; durch ein Plebiszit ließ er sein Vorgehen im Nachhinein bestätigen. Der Kriegsminister Werner von Blomberg, der im Konzept der Konservativen zur "Einrahmung" Hitlers eine wichtige Rolle gespielt hatte und von Hindenburg verfassungswidrig vor der Ernnenung Hitlers ernannt worden war, ließ die Reichswehr daraufhin auf Hitler persönlich vereidigen. Auch das Berufsbeamtentum musste einen „Führereid“ ablegen, so dass regimekritische Akademiker ihre Ämter verloren.
In der folgenden Zeit wurde das gesamte gesellschaftliche Leben von NS-Organisationen wie Hitler-Jugend, Deutsche Arbeitsfront, Kraft durch Freude (KDF) und Bund Deutscher Mädel (BDM) durchdrungen.
1935-1939: Stabilisierung der Macht, Aufrüstung und Vergrößerung des Reiches
1935 wurde die Reichswehr mit Einführung der Wehrpflicht in die Wehrmacht umgewandelt und das Saarland wieder ins Deutsche Reich integriert. Der Wiedereingliederung des Saarlands ging dort eine Volksabstimmung voraus, die eine überwältigende Zustimmung zu dieser Wiedereingliederung und gegen einen Anschluss an Frankreich ergab.
Auf dem Reichsparteitag der NSDAP wurden die Nürnberger Rassengesetze beschlossen, die die schon 1933 begonnene Ausgrenzung und Isolierung der deutschen Juden begründeten und Rassismus und Antisemitismus als Staatsgesetze verankerten.
1936 marschierte die Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland ein und brach damit wie bei der Einführung der Wehrpflicht den Versailler Vertrag.
Im August fanden in Berlin die Olympischen Spiele statt, die Hitler als Propagandabühne für die Weltöffentlichkeit nutzte. Der Vierjahresplan von 1936 sollte das Deutsche Reich bis spätestens 1940 kriegsbereit machen. Das Regime unterstützte nun zusammen mit Mussolinis Italien den faschistischen General Franco im Spanischen Bürgerkrieg gegen die dortige Republik auch militärisch. Die Legion Condor der deutschen Luftwaffe zerstörte 1937 bei einem Flächenbombardement die baskische Stadt Guernica. Der spanische Bürgerkrieg bot Hitler die Gelegenheit, die Einsatzfähigkeit seines Militärs im Kriegsfall zu testen.
1938 erzwang Hitler im Münchner Abkommen den Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich. Zuvor hatte er Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen und dabei große Zustimmung vieler Österreicher erhalten. Um sich den Rücken für seine Expansionsziele im Osten freizuhalten, schloss er mit der Sowjetunion im August 1939 den Hitler-Stalin-Pakt. In dessen geheimem Zusatzprotokoll wurde Polen, das für den Fall eines Krieges zwischen den beiden Staaten aufgeteilt.
Am 9. November inszenierten die Nationalsozialisten die Reichspogromnacht und legten in zahlreichen Synagogen Feuer. Zum Teil als Zivilpersonen auftretende ortsbekannte SA- und SS-Angehörige misshandelten und ermordeten viele deutsche Juden vor den Augen der Polizei, die meist nicht einschritt. Im März 1939 marschierten Hitlers Truppen auch in die so genannte Resttschechei und das Memelland ein.
1939-1942: erste Hälfte des 2. Weltkrieges
Deutsches Reich
Deutsches Reich war die offizielle Bezeichnung des 1871 auf Betreiben des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck gegründeten ersten deutschen Nationalstaates („kleindeutsche Lösung“ genannt, da unter Ausschluss Österreichs).
Gründung
Das Deutsche Reich ging aus dem unter preußischer Vorherrschaft stehenden Norddeutschen Bund hervor. Nachdem Preußen sich im Deutschen Krieg gegen Österreich durchgesetzt hatte, schlossen sich Baden, Bayern, Hessen und Württemberg diesem Bund an. Aus Sorge um den Zusammenschluss dieser mächtigen Länder und der Tatsache, dass der Norddeutsche Bund in den vorausgegangenen Kriegen seine Militärmacht demonstrierte, entschlossen sich die benachbarten Franzosen 1870 zu einem Präventivkrieg. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 besiegten die nun vereinten Staaten die benachbarte Großmacht Frankreich.
Nach diesem Erfolg wurde das Deutsche Reich unter der Initiative Otto von Bismarcks im Spiegelsaal von Versailles (bei Paris) gegründet. Dies sahen viele Franzosen als zusätzliche nationale Demütigung an, denn sie verstanden diese Vereinigung der deutschen Staaten auch als Machtdemonstration des neuen Reiches gegenüber dem besiegten Frankreich, das bislang die dominierende europäische Festlandgroßmacht gewesen war.
Geschichte
Paris
Die Geschichte des Deutschen Reiches gliedert sich in drei Abschnitte:
# 1871-1918 Deutsches Kaiserreich
#: 1871-1890 Zeit des Reichskanzlers Bismarck
#: 1890-1918 wilhelminische Epoche und Erster Weltkrieg
# 1919-1933 Weimarer Republik
# 1933-1945 die Zeit des Nationalsozialismus (siehe auch: Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg; seit 1938 mit Österreich und kurz danach gemäß international gültigem Abkommen samt dem Sudetenland); 1943-1945 Staatsbezeichnung „Großdeutsches Reich“
Als im Jahre 1868 die spanische Königin gestürzt wird, bietet der Erbprinz Leopold des Königshauses Hohenzollern-Sigmaringen (welches mit dem spanischen Königshaus verwandt ist) seine Dienste als zukünftiger König an. Jedoch fühlte sich Frankreich aufgrund der bevorstehenden preußischen Machtübernahme in Spanien bedroht und versuchte dies militärisch zu unterbinden. Es kam zu dem Deutsch-Französischen Krieg. Bismarck nutzte dies um sein Ziel, die Einigung der deutschen Staaten, durch einen gemeinsamen Feind durchzusetzen. Er erreichte sein Ziel und so wurde nach dem triumphalen Sieg über Frankreich am 18. Januar 1871 im Schloss Versailles bei Paris das Deutsche Reich gegründet.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde das Deutsche Reich unter Besatzung durch britische, französische, amerikanische und sowjetische Truppen gestellt. Die Gebiete östlich von Oder und Neiße, einschließlich der westlich dieser Linie gelegenen Städte Stettin und Swinemünde (insgesamt etwa ein Viertel der Fläche von 1937), wurden den Bestimmungen des Potsdamer Abkommens gemäß vom Reich abgetrennt und, wie es im Potsdamer Abkommen hieß, vorläufig unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung gestellt. Die ansässige deutsche Bevölkerung in diesen Gebieten wurde, soweit sie nicht bereits im Zuge des Kriegsgeschehens in Richtung Westen geflüchtet war, in den folgenden Jahren weitgehend vertrieben.
Mit der Wiederherstellung der Republik Österreich noch im Jahr 1945 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik 1949 hörte das Deutsche Reich faktisch, aber nicht de jure auf zu existieren. Die sich aus dieser de jure-Fortexistenz ergebenden Folgen sind im Abschnitt Staatsrechtliche Fragen erläutert.
Entstehung des Begriffs
Die Verwendung des Wortes Reich im Titel knüpfte an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (962–1806) an, das angesichts von Säkularisierung und napoleonischer Übermacht (Diktat) 1806 zerbrochen war, nachdem der habsburgische Kaiser den Titel des römisch-deutschen Kaisers niedergelegt und alle Reichsbeamten und -organe aus ihren Verpflichtungen gegenüber dem „deutschen Reich“ entlassen hatte.
Da mit dem Akt der Niederlegung der Kaiserkrone das Heilige Römische Reich Deutscher Nation geendet hatte, wurde die spätere Epoche des wilhelminischen Kaiserreiches als Zweites Reich bezeichnet. Diese Wortwahl deutete eine Nachfolgerschaft zum „Ersten (deutschen) Reich“ an ohne sie explizit auszusprechen. Diese Zurückhaltung war taktisch und diplomatisch geboten, da ansonsten das Kaisertum Österreichs und dessen Kaiser indirekt als illegitim bezeichnet worden wäre, der sich auch als Nachfolger des Heiligen Römischen Reichs sah.
In der deutschen Verfassungsgeschichte sind die Begriffe Reich und Bund übrigens recht austauschbar. Die Präambel der Bismarck-Verfassung von 1871 sagte beispielsweise, dass der preußische König und die süddeutschen Fürsten einen ewigen Bund geschlossen hätten.
Infolge der überspannten und pseudoreligiösen Verwendung des Begriffes Reich durch den Nationalsozialismus wurde der Begriff im Laufe der Nachkriegszeit vermehrt mit dem Nationalsozialismus selbst in Verbindung gebracht.
Staatsrechtliche Fragen
Das Bundesverfassungsgericht stellte am 31. Juli 1973 bei der Überprüfung des Grundlagenvertrags mit der DDR fest (2 BvF 1/73):
:Das Deutsche Reich existiert fort, besitzt nach wie vor Rechtsfähigkeit, ist allerdings als Gesamtstaat mangels Organisation, insbesondere mangels institutionalisierter Organe selbst nicht handlungsfähig.
:Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert (…). Die Bundesrepublik Deutschland ist also nicht „Rechtsnachfolger“ des Deutschen Reiches, sondern als Staat identisch mit dem Staat „Deutsches Reich“, – in bezug auf seine räumliche Ausdehnung allerdings „teilidentisch“, so daß insoweit die Identität keine Ausschließlichkeit beansprucht. (…) Sie beschränkt staatsrechtlich ihre Hoheitsgewalt auf den „Geltungsbereich des Grundgesetzes“
Die Bundesrepublik Deutschland könne also nicht als Nachfolgestaat angesehen werden, sondern sei vielmehr als Staat identisch mit dem Staat Deutsches Reich und nicht dessen Nachfolger. Damit wird eine staatsrechtliche Identität, die 1866 mit dem Norddeutschen Bund begann, unter der Bezeichnung Bundesrepublik Deutschland fortgeführt.
Davon bleibt aber unberührt, dass, von einer politisch-historischen Perspektive aus betrachtet, das Reich mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 untergegangen ist.
Mit der Wiedererlangung voller staatlicher Souveränität durch die abschließende Erklärung des Zwei-plus-Vier-Vertrags von 1990 wurde die (erweiterte) Bundesrepublik Deutschland endgültig das, was zuvor bereits das Deutsche Reich (von 1871) gewesen war: ein (klein-)deutscher Nationalstaat, der (als wesentlichen Bestandteil der europäischen Friedensordnung) die Nachkriegsordnung mit seinen Grenzen anerkannt hat. Das Gleiche gilt für die (neue) Republik Österreich mit dem Staatsvertrag von 1955.
Siehe auch
- Geschichte Deutschlands
- Deutschlandtheorien
Literatur
- Sebastian Haffner: Von Bismarck zu Hitler. Droemer Knaur, München 2001, ISBN 3-42677-589-1
Weblinks
- [http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=que&ID=840 Quellentext: Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reichs, 16.04.1871]
- [http://www.superborg.de/dve.htm Das Archiv für technische Dokumente 1900-1945 (enthält das Verzeichnis der militärischen Vorschriften des Deutschen Reiches)]
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ja:ドイツ国
Großdeutsches ReichDas Großdeutsche Reich (kurz Großdeutschland) war die offizielle Bezeichnung des Deutschen Reichs während der letzten Jahre der Zeit des Nationalsozialismus. Aber bereits ab 1938 wurde die Bezeichnung (bezugnehmend auf die sog. "großdeutsche Lösung") verwendet.
Es war durch die expansive Außen- und Kriegspolitik Hitlers entstanden und hatte zu großen Gebietszuwächsen des deutschen Staatsterritoriums geführt. Nachdem das Maximum der kriegerischen Expansion erreicht war, sollte der Propagandabegriff über die zunehmenden militärischen Niederlagen hinwegtäuschen.
Durch Erlass des Reichsministers und Chefs der Reichskanzlei vom 26. Juni 1943 - RK 7669 E - trug das Deutsche Reich hinfort auch offiziell nach außen den Namen Großdeutsches Reich. Eine besondere Veröffentlichung hierüber hat nicht stattgefunden. Nur mittelbar ergibt sich das für den Außenstehenden insbesondere daraus, dass die Briefmarkensätze nach dieser Zeit eine entsprechende Bezeichnung trugen.
Im Altreich blieb die Gliederung in Länder bestehen. Die neuen Gebiete wurden meist in Reichsgaue unterteilt. Sowohl Länder als auch Reichsgaue waren nur noch staatliche Verwaltungsbezirke und führten rechtlich kein Eigenleben mehr. Hinsichtlich der machthabenden Partei, der NSDAP, war das Großdeutsche Reich flächendeckend in Gaue (Parteibezirke) gegliedert, die aber zunächst keine staatlichen Aufgaben wahrzunehmen hatten und sich oft nicht mit den Ländergrenzen deckten.
Erweiterungen des reichsdeutschen Territoriums von 1935 bis 1945
Vorkriegs-Erweiterungen
1945
- 1935 Rückgabe des Saargebiets an das Deutsche Reich aufgrund einer Volksabstimmung im Saarland.
- 12. und 13. März 1938 "Anschluss" der Republik Österreich.
- 21. November 1938 Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete nach deren Besetzung zwischen dem 1. und 10. Oktober aufgrund des Münchener Abkommens.
- 15. und 16. März 1939 Einmarsch in (Rest-)Tschechien (Teil der Tschechoslowakei) und Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren als integraler Bestandteil des Deutschen Reiches mit Sonderrechten.
- 23. März 1939 Rückgabe des Memelgebiets von Litauen aufgrund vertraglicher Einigung.
Erweiterungen im Zuge des 2. Weltkriegs
Litauen
Litauen
- 26. Oktober 1939 nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen und damit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges Eingliederung der früheren reichsdeutschen und polnischen Gebiete in das Deutsche Reich; Bildung der neuen Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland und Erweiterung der preußischen Provinzen Ostpreußen (neuer Regierungsbezirk Zichenau) und Schlesien (neuer Regierungsbezirk Kattowitz). Das Generalgouvernement (restlicher vom Deutschen Reich besetzter Teil Polens) blieb unter besonderer Verwaltung und wurde nicht Teil des Deutschen Reiches.
- 18. Mai 1940 nach dem Westfeldzug: Eingliederung der früheren reichsdeutschen Gebiete Eupen und Malmedy aus Belgien in das Deutsche Reich.
- 1. Juni Eingliederung von zehn bisher belgischen Gemeinden in das Deutsche Reich.
- 2. August Unterstellung der Gebiete Luxemburg, Lothringen und Elsass unter besondere Chefs der Zivilverwaltung. Die CdZ-Gebiete sind formell (noch) nicht Teil des Deutschen Reichs, werden aber faktisch wie Reichsgebiet behandelt.
- 14. April 1941 Unterstellung jugoslawischer Gebiete in Slowenien unter besondere Chefs der Zivilverwaltung. Die CdZ-Gebiete Kärnten und Krain und Untersteiermark sind formell nicht Teil des Deutschen Reichs, werden aber faktisch wie Reichsgebiet behandelt.
- 1. August Bildung des Bezirks Bialystok nach dem Einmarsch in die Sowjetunion. Dieses CdZ-Gebiet ist formell nicht Teil des Deutschen Reichs, wird aber faktisch wie Reichsgebiet behandelt.
Siehe auch: Großdeutschland
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Kategorie:Nationalsozialismus
1933
Politik
- 1. Januar: das politische Kabarett Die Pfeffermühle wird in München eröffnet
- 1. Januar: Edmund Schulthess wird zum vierten Mal Bundespräsident der Schweiz
- 2. Januar: Ende der Besetzung Nicaraguas durch US-amerikanisches Militär
- 4. Januar: Adolf Hitler, Kurt Freiherr von Schröder und Franz von Papen (Zentrumspartei) vereinbaren im Düsseldorfer Bankhaus J. H. Stein Vorbereitungen für eine Regierungsübernahme
- 30. Januar: Machtübertragung an Adolf Hitler in Deutschland (Machtergreifung); Hitler bildet eine so genannte Nationale Regierung aus Deutschnationalen und Nationalsozialisten
- 3. Februar: Hitlers erste Ansprache vor Befehlshabern der Reichswehr (Ziel der Außenpolitik: Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung)
- 4. Februar: Die letzte Ausgabe des SPD-Blattes „Vorwärts“ erscheint
- 27. Februar: in der Nacht zum 28. Februar brennt das Reichstagsgebäude in Berlin: Marinus van der Lubbe wird zum Schuldigen erklärt. Repressalien und Verhaftungen sind die Folge; Grundrechte werden aufgehoben
- 28. Februar: Notverordnung „Zum Schutz von Volk und Staat“ erlassen (Reichsbrandverordnung)
- 3. März: Ernst Thälmann verhaftet
- 4. März: In Österreich kommt es aufgrund einer verfahrenstechnischen Unachtsamkeit zur Beschlussunfähigkeit des Parlaments, die Engelbert Dollfuß für einen Staatsstreich nutzt, indem er diese als „Selbstausschaltung des Parlaments“ bezeichnet
- 5. März: Reichstagswahlen. Ergebnis: NSDAP 43,9 %, SPD 18,3 %, KPD 12,3 %, Zentrumspartei 11,2 %, DNVP 8 %
- 15. März: In Wien wird der Nationalrat von der austrofaschistischen Bundesregierung mit Polizeigewalt am Zusammentreten gehindert
- 21. März: Tag von Potsdam. Staatsakt in der Garnisonkirche
- 23. März: Der Deutsche Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz
- 31. März: Das erste Hamburger Konzentrationslager wird im Wittmoor in Hamburg-Lemsahl-Mellingstedt eröffnet
- 31. März: In Österreich verbietet die Dollfuß-Regierung den Republikanischen Schutzbund
- 1. April: Durch die Nationalsozialisten organisierter Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen
- 10. April: Adolf Hitler erklärte den 1. Mai als „Feiertag der nationalen Arbeit“ zum Staatsfeiertag
- 1. Mai: Der Maifeiertag wird von den Nationalsozialisten eingeführt
- 2. Mai: Gewerkschaften in Deutschland verboten. SA besetzt Gewerkschaftshäuser und verhaftet Mitglieder
- 10. Mai: die Nationalsozialisten verbrennen auf dem Opernplatz in Berlin 20.000 Bücher missliebiger Autoren (Bücherverbrennung)
- 26. Mai: die Kommunistische Partei Österreichs wird von den Austrofaschisten verboten
- 15. Juli: Italien, Deutsches Reich, Frankreich und Großbritannien unterzeichnen Viermächtepakt
- 20. Juli: Der Heilige Stuhl und Deutschland schließen das Reichskonkordat
- 13. August: Le Corbusier verkündet die Charta von Athen
- 19. Oktober: Deutschland tritt aus dem Völkerbund aus
- 29. Oktober: in Teatro de la Comedia in Madrid wird die faschistische Falange Española gegründet
- 11. November: In Österreich wird die 1920 abgeschaffte Todesstrafe für Mord, Brandstiftung und “öffentliche Gewalttätigkeit durch boshafte Beschädigung fremden Eigentums“ wieder eingeführt
- 17. November - US-Regierung unter Franklin Delano Roosevelt erkennt die seit Ende 1922 existierende Sowjetunion völkerrechtlich an.
- 15. Dezember: Zwangsvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zum Deutschen Gemeindetag
Kultur
- 2. Januar: Uraufführung der Komödie Design for Living in Cleveland, Ohio
- 3. Februar: Uraufführung der Oper Gevatterin Tod von Rudolf Karel am Landestheater in Brünn (Brno)
- 20. Mai: Uraufführung der Oper Merry Mount von Howard Hansen in Ann Arbor
- 24. Mai: Uraufführung des musikalischen Lustspiels Bezauberndes Fräulein! von Ralph Benatzky im Deutschen Volkstheater in Wien
- 30. September: Uraufführung der Operette Zwei Herzen im Dreivierteltakt von Robert Stolz in Zürich
- 23. Dezember: Uraufführung der Operette Clivia von Nico Dostal am Theater am Nollendorfplatz in Berlin
Katastrophen
- 10. Februar: Gasometerexplosion in Neunkirchen/Saar. Das Unglück fordert 68 Tote und 190 Verletzte
- 2. März: Erdbeben der Stärke 8,4 in Sanriku, Japan, 2.990 Tote
- 11. März: Erdbeben unbekannter Stärke in Long Beach, Kalifornien, USA, 115 Tote
- 4. April: New Jersey, USA. Ein US-amerikanisches Luftschiff kam in einen Sturm und stürzte ab. 73 Tote
- 25. August: Erdbeben der Stärke 7,4 in der Republik China, ca. 10.000 Tote
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1. Januar: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert ihr Länderspiel gegen Italien in Bologna mit 1:3
- 11. Juni: Fortuna Düsseldorf gewinnt die deutsche Meisterschaft gegen FC Schalke 04 mit 3:0: Deutscher Meister (Fußball) 1932/33
- 1. Januar: Joe Orton, britischer Dramatiker († 1967)
- 2. Januar: Peter Ulmer, deutscher Jurist
- 2. Januar: Eva Kerbler, österreichische Schauspielerin
- 3. Januar: Maxie Wander, deutsche Fotografin, Journalistin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin († 1977)
- 4. Januar: Ilia II., georgisch-orthodoxer Patriarch
- 5. Januar: Dalida, Schlagersängerin und Schauspielerin († 1987)
- 6. Januar: Emil Steinberger, Schweizer Kabarettist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler
- 8. Januar: Juan Marsé, spanischer Schriftsteller
- 9. Januar: Wilbur Smith, britischer Schriftsteller
- 9. Januar: Helmut Schäfer (Politiker), deutscher Politiker
- 10. Januar: Akira Miyoshi, japanischer Komponist
- 16. Januar: Susan Sontag, US-amerikanische Schriftstellerin, Essayistin und Publizistin († 2004)
- 18. Januar: John Boorman, britischer Regisseur, Drehbuchautor, Produzent
- 18. Januar: Jean Vuarnet, ehemaliger französischer Skirennläufer
- 20. Januar: Don Thompson, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 20. Januar: Earl Grant, US-amerikanischer Sänger und Gitarrist († 1970)
- 23. Januar: Chita Rivera, US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin
- 24. Januar: Johannes Fischer (Musiker), deutscher Kirchenmusiker und Komponist († 2005)
- 24. Januar: Erwin Waldner, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 25. Januar: Corazon Aquino, Präsidentin der Philippinen
- 26. Januar: Javier Lozano Barragán, Bischof von Zacatecas und Kardinal
- 29. Januar: Sacha Distel, französischer Chansonnier und Komponist († 2004)
- 31. Januar: Joachim Herrmann (Rechtswissenschaftler), deutscher Rechtswissenschaftler
- 1. Februar: Buddhadev Das Gupta, Meister im Spielen der Nordindischen Klassischen Musik
- 2. Februar: Than Shwe, Staatschef von Myanmar
- 3. Februar: Miloš Milutinović, ehemaliger jugoslawischer Fußballspieler und Trainer († 2003)
- 3. Februar: Heinrich Übleis, österreichischer Jurist und Politiker (SPÖ)
- 3. Februar: Varetta Dillard, US-amerikanische Rhythm and Blues-Sängerin († 1993)
- 3. Februar: John Edmondson, US-amerikanischer Komponist
- 3. Februar: Paul S. Sarbanes, US-Senator des Bundesstaates Maryland
- 5. Februar: Claude King, US-amerikanischer Country-Sänger
- 8. Februar: Josef Taus, österreichischer Wirtschaftsjurist, Manager und Politiker
- 10. Februar: Gottfried Arnold (Politiker), ehemaliger CDU Bundestagsabgeordneter
- 12. Februar: Carlos Alberto Peronace, argentinischer Schachproblemkomponist († 1990)
- 13. Februar: Constantin Costa-Gavras, griechischer Regisseur
- 13. Februar: Paul Biya, Präsident von Kamerun
- 13. Februar: Kim Novak, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 14. Februar: Helmut Leherbauer, österreichischer Maler († 1997)
- 14. Februar: Míla Myslíková, tschechische Schauspielerin († 2005)
- 14. Februar: Robert Shea, US-amerikanischer Schriftsteller († 1994)
- 15. Februar: Günter Schluckebier, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages († 2002)
- 18. Februar: Yoko Ono, japanisch-amerikanische Künstlerin und Sängerin
- 18. Februar: Gerhard Frey, rechtsextremer Politiker
- 21. Februar: Nina Simone, Jazz- und Bluessängerin, Pianistin und Songschreiberin († 2003)
- 21. Februar: Bob Rafelson, US-amerikanischer Filmregisseur
- 22. Februar: Peter Rohland, deutscher Liedermacher und Sänger († 1966)
- 26. Februar: Brigitte Grothum, deutsche Schauspielerin, und Regisseurin
- 27. Februar: Albert Caspers, Aufsichtsratsvorsitzender der Ford-Werke GmbH
- 27. Februar: Edward Lucie-Smith, Dichter, Journalist und Kunsthistoriker
- 1. März: Dietrich Sperling, deutscher Politiker
- 1. März: Jakob M. Mierscheid, fiktiver deutscher Bundestagsabgeordneter der SPD
- 2. März: Nobuyoshi Tamura, Aikido--Großmeister
- 3. März: Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des deutscher Fußball-Bund|Deutschen Fußball-Bunds
- 5. März: Walter Kasper, deutscher Kardinal
- 7. März: Hannelore Kohl, Frau des deutschen Bundeskanzlers a.D. Helmut Kohl († 2001)
- 9. März: Reinhard Lettmann, Bischof von Münster
- 9. März: William Francis McBeth, US-amerikanischer Komponist und Professor
- 11. März: Jesús Gil y Gil, spanischer Politiker, Unternehmer und Fußballfunktionär († 2004)
- 13. März: Leiber/Stoller, Duo der 1950er und 1960er Jahre
- 13. März: Hans Katschthaler, Landeshauptmann von Salzburg
- 14. März: Michael Caine, britischer Schauspieler
- 14. März: Cornelius Weiss, deutscher Wissenschaftler und Politiker
- 14. März: René Felber, Schweizer Politiker
- 14. März: Quincy Jones, US-amerikanischer Musik-, Fernseh- und Filmproduzent und Musiker
- 15. März: Philippe de Broca, französischer Filmregisseur († 2004)
- 16. März: Dieter Wellershoff (Bundeswehr), Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr († 2005)
- 17. März: Heather Armitage, britische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
- 18. März: Severino Poletto, Erzbischof und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 19. März: Philip Roth, US-amerikanischer Schriftsteller
- 20. März: Michael Pfleghar, deutscher Regisseur († 1991)
- 20. März: Henryk Muszyński, polnischer Erzbischof
- 21. März: Fritz Wittmann, deutscher Politiker
- 21. März: Adi Furler, Sportjournalist († 2000)
- 22. März: Florian Kuntner, Bischof († 1994)
- 22. März: Michel Hidalgo, ehemaliger französischer Fußballspieler und Fußballtrainer
- 22. März: Eveline Hasler, Schweizer Schriftstellerin
- 23. März: Ceija Stojka, Schriftstellerin und Künstlerin
- 23. März: Philip Zimbardo, US-amerikanischer Sozialpsychologe
- 26. März: Rosemarie Nitribitt, Frankfurter Prostituierte († 1957)
- 26. März: Tinto Brass, italienischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor
- 28. März: Juan Sandoval Iñiguez, Erzbischof von Guadalajara und Kardinal
- 29. März: Hermann von Berg, deutscher Publizist und war Geheimdiplomat der DDR
- 29. März: Samora Machel, Staatspräsident von Mosambik ab 1975 († 1986)
- 31. März: Gerhard Ruhbach, deutscher Theologe und Kirchengeschichtler
- 31. März: Anita Carter, US-amerikanische Country- und Folk-Sängerin († 1999)
- 1. April: Bengt Holbek, dänischer Folklorist († 1992) ebenda
- 1. April: Claude Cohen-Tannoudji, französischer Physiker
- 1. April: Dan Flavin, US-amerikanischer Künstler
- 2. April: György Konrád, ungarischer Schriftsteller
- 3. April: Horst Ludwig Riemer, deutscher Politiker
- 4. April: Frits Bolkestein, niederländischer Politiker
- 8. April: Fred Ebb, US-amerikanischer Songschreiber († 2004)
- 9. April: Jean-Paul Belmondo, französischer Film- und Theaterschauspieler
- 9. April: Gian Maria Volonte, Schauspieler († 1994)
- 9. April: René Burri, Schweizer Fotograf
- 12. April: Montserrat Caballé, spanische Sängerin (Sopran)
- 14. April: Kurt Huemer, österreichischer Sänger und Schauspieler († 2005)
- 14. April: Diane Schöler, Tischtennisspielerin
- 15. April: David Hamilton, Künstlerische Kunstfotograf aus Großbritannien
- 15. April: Elizabeth Montgomery, US-amerikanische Filmschauspielerin († 1995)
- 16. April: Ludwig Haas, deutscher Schauspieler
- 16. April: Karl Blecha, österreichischer Politiker
- 17. April: Joachim Kroll, deutscher Serienmörder († 1991)
- 24. April: Helmuth Lohner, österreichischer Schauspieler, Regisseur
- 26. April: Arno Penzias, US-amerikanischer Physiker
- 30. April: Adriana Asti, italienische Schauspielerin
- 30. April: Willie Nelson, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 2. Mai: Harry Woolf, Lord Chief Justice of England and Wales (2000–2005)
- 3. Mai: James Brown, US-amerikanischer Musiker
- 3. Mai: Steven Weinberg, US-amerikanischer Physiker
- 7. Mai: Axel Corti, österreichischer Regisseur († 1993)
- 11. Mai: Louis Farrakhan, Afro-amerikanischer Führer der Bewegung Nation of Islam
- 11. Mai: Joe Hembus, Filmkritiker († 1985)
- 14. Mai: Michael Chevalier, Schauspieler und Synchronsprecher
- 15. Mai: Marianne Hold, deutsche Schauspielerin († 1994)
- 15. Mai: Juzo Itami, japanischer Schauspieler und Filmregisseur. († 1997)
- 18. Mai: Deve Gowda, Premierminister Indiens
- 21. Mai: Maurice André, französischer Trompeter
- 23. Mai: Joan Collins, britische Schauspielerin, Fotomodell und Autorin
- 25. Mai: Lo Man Kam, Wing Chun-Kämpfer und Lehrer
- 26. Mai: Jean Graczyk, französischer Radsportler († 2004)
- 26. Mai: Eldar Schengelaja, georgischer Filmproduzent
- 26. Mai: Rudi Falkenhagen, niederländischer Schauspieler. († 2005)
- 29. Mai: Helmuth Rilling, Dirigent und Pädagoge
- 30. Mai: Winfried Zehetmeier, freischaffe | | |